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Cezara-Lucia Vlădescu

Cezara-Lucia Vlădescu

der weg, der nie richtig war

Der Weg zur Kirche kam mir bekannt vor,
ich hatte ihn schon mal gesehen, lange zuvor.
Ich war jung und schwor vor Gott,
mich niemals fallen zu lassen.

Ich sprach mich an – in einem alten Ton,
derjenige, der immer glaubte:
es gibt ein heiliges Tor,
man muss daran glauben.

Der alte Weg zum Kirchentor
lässt mich erkennen: Ich hab’ verlor’n.
Gelogen habe ich mit meinem alten Schwur –
mit Gewissen, in dem „das war das letzte Mal“ unison.

Die Kirche sehe ich ständig im Ohr,
schwarz, mit all den weißen Tasten.
Gerade dann, wenn man gedenkt,
es kann nichts mehr nachkomm’,

gerade dann erlebt man die größte Strafe.